Notsicherung

Notsicherung

Hochwasserschutz mit Spundbohlen und Rammgeräten

Als im April 2006 die Elbe in der Folge der Schneeschmelze und des Starkregens in den Mittelgebirgen Hochwasser führte, war neben Hitzacker auch das Hinterland, beiderseits des kleinen Flüsschens Jeetzel, von Hochwasser bedroht. Das Hochwasser der Elbe drückte in die Jeetzel. Die Jeetzel wurde angestaut und drohte entlang des Flusslaufes Deichbrüche und Überschwemmungen zu verursachen.

Angesichts dieser Gefahren beschloss am Samstag, den 5. April 2006, der Katastrophenstab des Samtkreises Lüchow-Dannenberg, die Jeetzel mit Spundwand abzusperren. Mit leistungsstarken Pumpen, die das THW bereitstellte, sollte der Wasserstand der Jeetzel reguliert werden. Zur Mittagszeit des 5. Aprils 2006 begann eine sehr kühn gedachte Aktion und damit ein Wettlauf mit der Zeit.

In nur vier Stunden müsste die Sperranlage funktionstüchtig sein um den drohenden Überschwemmungen zuvor zukommen. Unter Leitung des Katastrophenstabes, Fachleute des NLWKN Lüneburg und Spezialisten des Deichverbandes, erfolgte die Koordinierung der Einsatzkräfte, des THW und der helfenden Bauunternehmen.

Die thyssenkrupp Infrastructure, Niederlassung Hamburg, lieferte 100 Tonnen schnell verfügbare Stahlspundbohlen L22 10/10 von HOESCH und die Rammtechnik, einen Hochfrequenzvibrator Typ Müller MS-16HFV mit Antriebsstation. Unser Fachberater Kay Buchholz und Mitarbeiter unserer Niederlassung organisierten die Transporte mit der Spedition Usinger & Trombetta und einen Teleskopkran von der Firma Knaack aus Hamburg. Spezialisten der Firma Franki Grundbau und weitere Bauunternehmen stellten Personal und weitere Baugeräte.

In nur dreieinhalb Stunden war die Jeetzel im Bereich einer Brücke für die Fernverkehrsstraße B 191 bei Dannenberg durch eine geschlossene Stahlspundwand abgesperrt. Zwischenzeitlich installierte das THW mehrere leistungsfähige mobile Pumpanlagen und begann, Wasser aus der abgesperrten Jeetzel in Richtung Elbe zu pumpen. Gegen Abend des 5. Aprils 2006 war diese Hochwasserschutzanlage funktionsfähig und hat in den folgenden Tagen verhindert, dass der Fluss über die Ufer tritt. Erhebliche Schäden durch Hochwasser wurden vermieden.

Diese erfolgreiche Aktion zeigt, dass Stahlspundwände auch für den operativen Hochwasserschutz sehr gut einsetzbar sind. thyssenkrupp Infrastructure hat mit jahrzehntelanger Erfahrung und Forschung auf diesem Gebiet eigene technisch ausgereifte Systeme entwickelt.

Spundwände als Dichtungselement in Deichen und hochwassergefährdeten Uferzonen haben sich bewährt und stellen letztendlich die wirtschaftlichste Lösung dar.

Daten & Fakten

AuftraggeberKatastrophenstab des Samtkreises Lüchow-Dannenberg
AusführungRammarbeitenFranki Grundbau
Weitere beteiligteUnternehmenSpedition Usinger & Trombetta, Hamburg
Stahlspundwand100 t Larssen L22 10/10, 9,50 m lang
RammgerätMS-16 HFV

Daten & Fakten

AuftraggeberKatastrophenstab des Samtkreises Lüchow-Dannenberg
AusführungRammarbeitenFranki Grundbau
Weitere beteiligteUnternehmenSpedition Usinger & Trombetta, Hamburg
Stahlspundwand100 t Larssen L22 10/10, 9,50 m lang
RammgerätMS-16 HFV