Flood protection

Stahlspundwände in landschaftlicher Harmonie

Die Küste von Mecklenburg-Vorpommern ist 1.712 Kilometer lang, davon 354 Kilometer Außenküste und 1.358 Kilometer Boddenküste. Vergleicht man 100 Jahre alte Karten mit den heutigen, muss man feststellen, dass sich nicht nur die Küstenform verändert hat, sondern auch die Landmasse um einiges zurückgegangen ist.

Die Einsatzmöglichkeiten von Stahlspundwänden im Hochwasserschutz, speziell im Sturmflutschutz von Ortschaften im Binnen- oder Boddenbereich der Ostsee, sind vielfältig. Zuständig hierfür ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) im Auftrag des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern.

Grundsätzlich können Spundwände dichtende, stabilisierende und lastabtragende Funktionen übernehmen. Sie werden sowohl zur Ertüchtigung von Deichen als auch in eigenständiger Kombination mit Deichabschnitten und mobilen Hochwasserschutzelementen, wie z. B. Deichscharten erfolgreich angewendet.

Dort, wo Platzprobleme auftreten, aus Sicht des Naturschutzes durch Deichbauten wertvolles Biotop verloren geht oder kurze Bauzeiten gefordert sind, können Stahlspundwände hervorragend eingesetzt werden. Eine zusätzliche dauerelastische Dichtung in den Spundwandschlössern – mit Schlossdichtung System HOESCH – und eine Polyurethan-Farbbeschichtung von 320 Mikrometer im sichtbaren Bereich erhöhen die Beständigkeit des Bauwerkes. Zudem verschönert ein Farbanstrich die unverkleideten Spundwände, sodass sie sich besser ins Landschaftsbild einfügen.

Die langjährigen Erfahrungen mit dem Wasser des so beschaulich anmutenden Stettiner Haffs mahnen vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahmen für die anliegenden Ortschaften an. Bei einer Hochwasser führenden Oder, aber auch bei starkem Nordostwind, stieg der Wasserstand so stark an, dass Ortsteile der bekannten Touristenzentren wie Ueckermünde und Mönkebude plötzlich unter Wasser standen. Durch einen umfangreichen Ausbau der Hochwasserschutzanlagen sind diese Gefahren gebannt.

Kanalsanierung | Canal refurbishment

Hochwasserschutz in Mönkebude am Oderhaff

Im Bade- und Urlaubsort Mönkebude hat man sich aus Platzgründen entschlossen, die Hochwasserschutzlinie im Ortskernbereich auf einer Länge von ca. 400 Meter als Spundwand auszuführen. Die Spundwand aus 5,5 bis 8 Meter langen LARSSEN 603 K Profilen ragt zwischen 1,50 Meter und 2,20 Meter aus dem Boden und ist mit einem 4-fach-Schutzanstrich aus UV-beständigen Anstrichstoffen versehen. Die Farbbeschichtung reicht bis 0,80 Meter unter die Geländeoberkante. Mit dem grünen Deckanstrich passt sie sich an die direkt davor vorgenommene Bepflanzung mit Sträucherngut an und fällt kaum auf. Die Dichtigkeit der Spundwand wird durch eine patentierte HOESCH-Kunststoffdichtung zuverlässig gewährleistet.

Aus Lärmschutzgründen und da die Spundwand dicht an Bebauungen vorbeiführt, wurden die Spundbohlen mit einer Spundwandpresse Typ GIKEN-F 3 eingebracht. Eine Durchfahrt und ein Durchgang gewährleisten den Zugang zum Badestrand, zum Zeltplatz und den Hafenanlagen. Bei Hochwassergefahr werden diese Öffnungen in der Hochwasserschutzanlage mit einer doppelten Reihe aus TKR Dammbalkenzuverlässig verschlossen. Die Vorbereitung der Spundbohlen mit Dichtungsprofilen und SI KA-Schutzanstrichen wurde von der Firma Hartmann aus Dortmund ausgeführt. thyssenkrupp Infrastructure, Niederlassung Rostock, lieferte ca. 250 Tonnen HOESCH Spundbohlen, das TKR-Dammbalkensystem und stellte die Spundwandpresse bereit.

Weitere Hochwasserschutzprojekte mit HOESCH-Spundwänden wurden in Kühlungsborn, am Dassower See, bei Heiligendamm am Conventer See und am Auslaufbauwerk des Stromgrabens zur Ostsee in Graal-Müritz errichtet.

Daten & Fakten

BauherrBundesland Mecklenburg-Vorpommern
BauträgerStaatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU),Vorpommern
PlanungProwa Eppler Ingenieurgesellschaft mbH, Stralsund/Greifswald
BauausführungColcrete- von Essen GmbH & Co.KG, Niederlassung Ueckermünde
Lieferungthyssenkrupp Infrastructure, Niederlassung Rostock
Material250 t, Spundwand L603 K, EB, Güte S270GP EB,5,5 - 8 mlang, Einbindetiefe 4 m bei 1,50 m über Gelände (= 2,50 m HN als höchster Bemessungswasserstand) rund 250 t Spundbohlen beschichtet, mit HOESCH-Dichtung (PU-Lippen) versehen
HochwasserschutzDoppel-Dammbalkenverschluss mit dem TKR-Dammbalkensystem SH100
MaschinentechnikPressen mit freischreitender Giken-Presse Typ F3

Daten & Fakten

BauherrBundesland Mecklenburg-Vorpommern
BauträgerStaatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU),Vorpommern
PlanungProwa Eppler Ingenieurgesellschaft mbH, Stralsund/Greifswald
BauausführungColcrete- von Essen GmbH & Co.KG, Niederlassung Ueckermünde
Lieferungthyssenkrupp Infrastructure, Niederlassung Rostock
Material250 t, Spundwand L603 K, EB, Güte S270GP EB,5,5 - 8 mlang, Einbindetiefe 4 m bei 1,50 m über Gelände (= 2,50 m HN als höchster Bemessungswasserstand) rund 250 t Spundbohlen beschichtet, mit HOESCH-Dichtung (PU-Lippen) versehen
HochwasserschutzDoppel-Dammbalkenverschluss mit dem TKR-Dammbalkensystem SH100
MaschinentechnikPressen mit freischreitender Giken-Presse Typ F3